Wir werden immer älter. Aber werden wir auch gesünder?
Wir investieren viel Zeit in Versicherungen für unser Haus, unser Auto oder unsere Reise. Die wichtigste Versicherung unseres Lebens gerät dabei oft in Vergessenheit: unsere Gesundheit. Und genau diese können wir jeden Tag ein Stück stärken.
Die Lebenserwartung steigt seit Jahrzehnten. Eigentlich eine wunderbare Entwicklung. Noch nie hatten wir so gute medizinische Möglichkeiten wie heute.
Und trotzdem beschäftigt mich eine Frage immer wieder:
Warum verbringen so viele Menschen ihre letzten Lebensjahre nicht in Gesundheit, sondern mit Schmerzen, chronischen Erkrankungen und immer mehr Einschränkungen?
Viele Frauen, die zu mir kommen, erzählen mir Ähnliches. Sie fühlen sich erschöpft. Der Rücken schmerzt. Der Schlaf wird schlechter. Der Kopf kommt nicht mehr zur Ruhe. Sie funktionieren – aber sie haben das Gefühl, sich selbst dabei verloren zu haben.
Dabei geht es oft gar nicht um eine schwere Krankheit. Es sind viele kleine Warnzeichen des Körpers. Und genau darin liegt eine große Chance.
Länger leben bedeutet nicht automatisch besser leben
Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung Europas. Gleichzeitig steigen die chronischen Erkrankungen kontinuierlich an.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arthrose, Rückenbeschwerden oder Demenz begleiten viele Menschen im höheren Alter. Statistisch verbringen wir einen erheblichen Teil unseres Lebens mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Die Medizin kann heute vieles behandeln. Dafür bin ich sehr dankbar.
Doch sie kann uns nicht den Lebensstil abnehmen, der Gesundheit überhaupt erst entstehen lässt.
Je älter unsere Gesellschaft wird, desto stärker wächst auch die Belastung für unser Gesundheitssystem. Die Gesundheitsausgaben liegen inzwischen bei über 500 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend.
Ich glaube deshalb, dass wir unsere Sicht auf Gesundheit verändern müssen. Nicht erst reagieren, wenn Beschwerden entstehen. Sondern früher beginnen.
Gesundheit entsteht nicht erst in der Arztpraxis
Die aktuelle Gesundheitsreform beschäftigt sich vor allem mit der Finanzierung und Organisation unseres Gesundheitssystems. Das ist wichtig. Doch eine Frage wird aus meiner Sicht viel zu selten gestellt:
Wie können wir verhindern, dass Menschen überhaupt krank werden?
Natürlich bleiben Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Auch Präventionskurse werden weiterhin von vielen Krankenkassen unterstützt. Aber echte Prävention beginnt viel früher. Nicht beim Termin in der Arztpraxis. Sondern jeden Morgen, wenn wir entscheiden, wie wir mit unserem Körper umgehen.
Longevity – ein neuer Blick auf Gesundheit
Vielleicht hast du in letzter Zeit den Begriff Longevity gehört. Oft wird er mit einem möglichst langen Leben verbunden. Eigentlich geht es aber um etwas viel Wertvolleres.
Nicht möglichst viele Lebensjahre. Sondern möglichst viele gesunde Lebensjahre.
In der Longevity-Forschung spricht man deshalb von der Healthspan – also der Zeit unseres Lebens, in der wir gesund, beweglich und selbstständig bleiben.
Die Wissenschaft zeigt heute erstaunlich klar, welche Faktoren darauf den größten Einfluss haben.
- regelmäßige Bewegung
- guter Schlaf
- gesunde Ernährung
- Stress abbauen
- soziale Beziehungen pflegen
- geistig aktiv bleiben
Das Erstaunliche daran:
Für all diese Bereiche brauchen wir keine Wunderpille.
Wir brauchen gute Gewohnheiten.
Genau hier beginnt QiGong
Wenn ich Menschen QiGong unterrichte, spreche ich nur selten zuerst über Übungen. Ich spreche über Lebenspflege. Denn genau dafür wurde QiGong ursprünglich entwickelt.
Über viele Jahrhunderte sprach man in China gar nicht von QiGong, sondern von Yangsheng.
Das bedeutet so viel wie: Das Leben nähren.
Nicht Krankheiten bekämpfen. Sondern Gesundheit pflegen.
Je länger ich QiGong praktiziere, desto mehr überzeugt mich genau dieser Gedanke.
QiGong fragt nicht:
„Wie werde ich wieder gesund?“
Sondern:
„Wie kann ich so leben, dass Gesundheit erhalten bleibt?“
Warum QiGong so gut zu Longevity passt
QiGong verbindet viele Faktoren, die heute auch in der modernen Präventionsforschung als entscheidend gelten.
- Die sanften Bewegungen erhalten die Beweglichkeit und fördern das Körpergefühl.
- Die bewusste Atmung beruhigt das vegetative Nervensystem und unterstützt Regeneration.
- Der Geist wird ruhiger. Das Gedankenkarussell verlangsamt sich.
- Verspannungen dürfen loslassen.
- Und ganz nebenbei entsteht etwas, das im hektischen Alltag oft verloren geht:
Die Verbindung zu dir selbst.
QiGong ist kein Leistungssport.
Du musst nicht schneller, stärker oder beweglicher sein als gestern.
Es genügt, regelmäßig zu üben.
Gerade darin liegt seine besondere Stärke.
Prävention beginnt mit kleinen Entscheidungen
Viele Menschen glauben, Gesundheit entstehe erst dann, wenn sie krank werden und Hilfe brauchen. Ich sehe das anders. Gesundheit entsteht jeden Tag.
Wenn wir uns bewegen.
Wenn wir bewusst atmen.
Wenn wir lernen, mit Stress anders umzugehen.
Wenn wir unserem Körper zuhören, bevor er laut werden muss.
Genau deshalb ist QiGong für mich weit mehr als eine Bewegungsform. Es ist ein Weg, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Nicht aus Angst vor Krankheit. Sondern aus Freude am Leben.
Mein Fazit
Wir können das Älterwerden nicht verhindern. Aber wir können beeinflussen, wie wir älter werden. Für mich ist das die eigentliche Bedeutung von Prävention. Nicht warten, bis Beschwerden entstehen. Sondern heute etwas für die Gesundheit tun.
Mit kleinen Schritten. Mit Regelmäßigkeit. Und mit einer Methode, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen.
Hier geht es zum aktuellen Programm mit meinen Präventionskursen >>
Quellen:
1. Statistisches Bundesamt (Destatis)
Lebenserwartung, Bevölkerungsentwicklung und Gesundheitsausgaben.
https://www.destatis.de
2. Robert Koch-Institut (RKI)
Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS)
Chronische Erkrankungen, Rückenschmerzen, Diabetes, Bewegungsmangel.
https://www.rki.de
3. Eurostat
Healthy Life Years (gesunde Lebensjahre)
https://ec.europa.eu/eurostat
4. WHO – World Health Organization
Definition von Gesundheit, Healthy Ageing und Prävention.
https://www.who.int
5. Bundesministerium für Gesundheit
Informationen zur Krankenhausreform und Gesundheitsreform.
https://www.bundesgesundheitsministerium.de
6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Ernährung als Bestandteil gesunden Alterns.
https://www.dge.de

