Qi Gong – Entstehung und Bedeutung

Qi Gong – Entstehung und Bedeutung

Qi Gong von der Entstehung bis heute

Qi Gong setzt sich zusammen aus zwei chinesischen Schriftzeichen: Qi und Gong.

Qi

bedeutet Atem, Energie. Die Lebensenergie, die alles durchdringt und verbindet, ohne die Leben nicht existieren kann. Qi ist überall , im Menschen, in der Luft, im Raum, in Pflanzen, in den Gegenständen um uns. Qi ist der kleinste Bestandteil unseres Universums, jegliche Aktivität ist eine Manifestation von Qi.

Gong

bedeutet geleistete Arbeit, Training, aber auch Fähigkeit, kunstfertige Geschicklichkeit. Das beschreibt das Grundprinzip von Qi Gong, nämlich Üben und die dadurch erlangte Fertigkeit sind eins.

Qi Gong beruht auf drei Pfeilern:

  • Atmung
  • Bewegung
  • Visualisation (Bewustseinsführung)

Diese drei Pfeiler werden harmonisch miteinander verbunden. Erst dann führen Qi Gong Übungen in tiefe Entspannung und das Qi kann frei fließen. Denn das Qi fließt immer dorthin, wo unser Bewusstsein ist. Mit unserem Bewusstsein können wir es also ganz gezielt leiten.

Die Chinesen sagen: „Nur wenn das Qi frei fließen kann, ist der Mensch gesund“. Mit Qi Gong kann man den Qi Fluß beeinflussen und damit auch die eigene Gesundheit.

Die Bezeichnung Qi Gong

Der Grund für die neue Bezeichnung „Qi Gong“ ist vor allem politisch motiviert. Denn die althergebrachte Bezeichnung „Yangsheng“ ist stark im konfuzianischen Gelehrtentum und in religiösen Strömungen wie dem Daoismus verwurzelt.

Die kommunistische Regierung entschied ab den 1950er Jahren, die „Traditionelle Chinesische Medizin“ wieder mehr in den „Dienst des Volkes“ zu stellen und in Kombination mit der westlichen Medizin weiterzuentwickeln, frei von religiösen und philosophischen Aspekten. In dieser Zeit wurden die ersten offiziellen Institutionen gegründet sowie Sanatorien und Forschungsinstitute.

Entstehung und Entwicklung des Qi Gong

Alte chinesische Aufzeichnungen weisen darauf hin, dass es bereits vor 5000 Jahren verschiedene Qi Gong Praktiken gegeben hat. Mönche und Einsiedler beobachteten in langen Meditationsstunden, wie die Lebenskraft in bestimmten Bahnen durch den Körper fließt, den sogenannten Meridianen. Durch bestimmte Bewegungen, Atmung und Visualisation lernten sie, den Fluss der Lebenskraft zu stärken und zu leiten.

Die Bewegungen entstanden dabei durch Beobachten der Natur und Nachahmen von Tieren. Ihr Wissen gaben sie über die Jahrtausende von Generation zu Generation weiter. Erst als während der Kulturrevolution Klöster geschlossen und die Ausübung religiöser Praktiken verboten wurden, gelangten die Übungen als Methoden zur Förderung der Gesundheit nach außen.

Im Laufe der Jahrtausende wurde Qi Gong von verschiedenen religiösen und philosophischen Richtungen beeinflusst. So entstanden viele unterschiedliche Stile:

  • Daoistisches QiGong (lebensverlängernde und gesundheitsfördernde Techniken)
  • Buddhistisches QiGong (Pflege des Bewusstseins, Hauptziel ist die Erleuchtung)
  • Konfuzianisches QiGong (Kultivierung des Geistes, Förderung von Konzentration und Sammlungskraft)
  • Medizinisches QiGong (Förderung von Gesundheit und Heilung von Krankheiten)
  • Kampfkunst (Energie gezielt einsetzen und körperliche Ausdauer mehren)
  • Volkstümliches QiGong

Die einzelnen Richtungen haben sich gegenseitig beeinflusst. Man kann deshalb die unterschiedlichen Aspekte in allen Schulen wiederfinden und eine eindeutige Zuordnung in nur eine Kategorie ist oft nicht möglich.

In meinen regelmäßigen Kursen  im Qi Gonng Studio und in meinen Qi Gong Online Live Kursen unterrichte ich verschiedene Stile und Formen. Mein Ziel ist es, dass Sie Qi Gong aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen und die Form finden, die Ihnen persönlich am meisten zusagt.

Qi Gong heute

Heute ist Qi Gong ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird zur Erhaltung der Gesundheit und zur Linderung von Krankheiten eingesetzt. Verstärkt auch in westlichen Krankenhäusern, besonders bei der Behandlung von Krebspatienten.

Diese uralte chinesische Heil- und Bewegungslehre fördert den freien Fluss unserer Lebensenergien, löst Blockaden und stärkt die eigene Körperenergie. Die Übungen helfen unserem Körper und Geist zum inneren Gleichgewicht zu finden.

Wichtig ist das regelmäßige Üben, dann werden Immunsystem und Stoffwechsel gestärkt, Blutzirkulation und Konzentrationsfähigkeit verbessern sich, der Körper wird beweglicher.